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Wasserleitungen im leerstehenden Haus sichern

Leitungen in einem leerstehenden Fachwerkhaus werden gespült

Ein Haus, das Wochen oder Monate niemand bewohnt, scheint ruhig dazuliegen. In den Leitungen aber steht das Wasser still, und das hat Folgen. Was beim Leerstand passiert und wie sich die Wasserinstallation vorbereiten lässt, ist gut planbar.

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Wenn das Wasser steht

Im Alltag fließt Wasser regelmäßig durch Rohre, Armaturen und Speicher. Steht ein Haus leer, hört das auf. Das Wasser in den Leitungen steht, es erwärmt sich im Sommer und kühlt im Winter aus, und Bakterien finden Zeit, sich zu vermehren. Fachleute sprechen von Stagnation. Besonders Leitungsenden, selten genutzte Zapfstellen und Warmwasserspeicher sind betroffen.

Zusätzlich altern Dichtungen, wenn sie lange nicht bewegt werden. Gummidichtungen können spröde werden oder an Armaturen festkleben. Beim Wiederbenutzen zeigt sich dann ein Tropfen oder ein Leck, das vorher nicht da war. Wer ein Haus länger leer stehen lässt, sollte die Wasserinstallation bewusst vorbereiten und nicht einfach die Tür abschließen.

Ein letzter Punkt betrifft die Kontrolle. Ein leeres Haus sollte nicht allein bleiben, sondern von jemandem in Abständen angeschaut werden, etwa einem Nachbarn oder Angehörigen. Er achtet auf Feuchtigkeit, Geruch und Geräusche und weiß, wo der Hauptabsperrhahn sitzt. Hinterlassen Sie die Telefonnummer eines Installateurs, damit bei einem Schaden niemand erst suchen muss. Wasser im Keller fällt so auf, bevor es sich im Haus ausbreitet.

Absperren spart Sorgen

Bei längerer Abwesenheit ist das Absperren der Hauptleitung der sicherste Schutz vor einem Wasserschaden. Der Hauptabsperrhahn sitzt in Fließrichtung vor dem Wasserzähler. Wird er geschlossen, kann bei einem Rohrbruch im Haus kein Wasser mehr nachlaufen. Öffnen Sie danach einen tief gelegenen Hahn, damit die Leitungen entleert werden, und lassen Sie ihn offen.

Einen Warmwasserspeicher lassen Sie je nach Bauart von einer Fachkraft abschalten und entleeren. Geräte wie Waschmaschine und Geschirrspüler trennen Sie vom Wasseranschluss, sofern das möglich ist. Wo Sie sich nicht sicher sind, wie Absperren und Entleeren bei Ihrer Anlage funktionieren, lassen Sie sich das von einem Installateur zeigen. Die Seite Hauptabsperrventil finden und prüfen hilft beim Aufspüren des richtigen Ventils.

Wer ein Haus erbt oder kauft, das lange leer stand, sollte die Wasserinstallation vor dem Einzug von Fachleuten ansehen lassen. Alte Leitungen können durch Stillstand und Ablagerungen gelitten haben, und Armaturen verkalken, wenn sie lange nicht benutzt wurden. Ein Installateur beurteilt den Zustand, spült die Leitungen und sagt, was erneuert werden sollte, etwa Bleileitungen, die ausgetauscht werden sollten.

Frost im leeren Haus

Ein unbeheiztes Haus kühlt im Winter aus. Sinkt die Temperatur im Innern unter null Grad, gefrieren Leitungen, die noch Wasser enthalten. Gerade in Dachbereichen, Kellern und an Außenwänden kommt das vor. Gefriert ein Rohr, kann es platzen, und der Schaden zeigt sich erst beim Tauwetter, wenn niemand im Haus ist, der ihn bemerkt.

Wird ein Haus nicht entleert, sollte es mindestens auf einer Grundtemperatur gehalten werden, die Frost sicher verhindert. Jemand muss die Räume dann regelmäßig kontrollieren. Fachleute können die Anlage auch vollständig entleeren und teils mit Druckluft ausblasen. Zu den Vorkehrungen gehören auch Nebengebäude, mehr dazu unter Scheune und Stall: Wasserleitung vor Frost schützen.

Für Haus und Nachbarschaft lohnt es sich, die Versicherungsfrage im Blick zu behalten. Viele Gebäudeversicherungen knüpfen den Schutz bei Leerstand an Bedingungen, etwa regelmäßige Kontrollen oder das Absperren des Wassers. Lesen Sie die Bedingungen Ihrer Police und fragen Sie bei Unsicherheit beim Versicherer nach. Ein dokumentierter Kontrollgang und ein abgesperrtes Hauptventil sprechen im Schadensfall für Sie und helfen, spätere Diskussionen zu vermeiden.

Legionellen und Keime im Leerstand

Legionellen sind Bakterien, die sich in warmem, stehendem Wasser vermehren. Sie fühlen sich in Temperaturen zwischen Raumwärme und etwa 45 Grad wohl. Eingeatmet als feiner Nebel, etwa beim Duschen, können sie Atemwegserkrankungen auslösen. Das Risiko steigt mit Stillstand, lauwarmem Wasser und Ablagerungen in Speichern und Leitungen.

Bei einem leeren Haus sind das Entleeren der Leitungen und ein von einer Fachkraft entleerter Boiler sinnvoll. Wer ein Haus wieder bezieht, sollte nicht einfach lostrinken, sondern vorher gründlich spülen.

Vergessen Sie nicht die Außenanschlüsse. Gartenwasserhähne, Zuleitungen zu Garagen und Regentonnen-Pumpen frieren früh ein. Schließen Sie die zugehörigen Absperrventile, entleeren Sie die Leitungen und lassen Sie die Hähne offen, bevor der erste Frost kommt. Wer diese Kleinigkeiten erledigt, vermeidet die häufigsten Frostschäden an leeren Häusern.

Wieder in Betrieb nehmen

Vor dem ersten Gebrauch öffnen Sie alle Zapfstellen nacheinander und lassen das Wasser einige Minuten laufen, Warm- wie Kaltwasser. So wird das abgestandene Wasser verdrängt. Öffnen Sie dabei die Absperrventile langsam und achten Sie auf Feuchtigkeit an Verschraubungen, Armaturen und Spülkästen. Beim Befüllen des Warmwasserspeichers sollte die Anleitung des Herstellers beachtet werden.

Zeigen sich Tropfen, Geruch oder Verfärbungen, verwenden Sie das Wasser nicht zum Trinken und holen Hilfe. Ein Installateur prüft die Leitungen, spült nach Bedarf gezielt und beurteilt, ob Leitungen oder Armaturen ersetzt werden müssen. Zur ersten Orientierung bei Wasserschäden gibt es die Leistungsseite Rohrbruch und Wasserschaden.

Wann Sie einen Fachbetrieb rufen sollten

Rufen Sie an, wenn Sie ein Haus längere Zeit leer lassen, Leitungen entleeren oder nach dem Leerstand wieder in Betrieb nehmen wollen. Auch bei Feuchtigkeit, Geruch oder verfärbtem Wasser ist eine Prüfung sinnvoll. Der vermittelte Fachbetrieb stimmt den weiteren Ablauf direkt mit Ihnen ab.

Häufige Fragen

Muss ich bei kurzer Abwesenheit schon absperren?

Bei einigen Tagen genügt meist Aufmerksamkeit. Bei Wochen oder Monaten ist das Absperren der Hauptleitung der sicherste Schutz vor einem unbemerkten Wasserschaden.

Wie lange soll ich nach dem Leerstand spülen?

Öffnen Sie jede Zapfstelle und lassen Sie das Wasser einige Minuten laufen, bis es frisch und kühl kommt. Beim Warmwasser gilt dasselbe, einschließlich Dusche und Waschmaschinenanschluss.

Sind Legionellen nur ein Problem großer Häuser?

Nein. Sie können in jedem Haus entstehen, in dem Wasser lange lauwarm steht. Regelmäßiger Wasserwechsel und eine geeignete Warmwassertemperatur senken das Risiko.