So beugen Sie Rückstau im Keller vor

Bei starkem Regen füllt sich der öffentliche Kanal, und das Wasser sucht sich den Weg zurück in die Häuser. Wer Abläufe im Keller hat, ist besonders betroffen. Wie Rückstau entsteht, welche Schutzeinrichtungen es gibt und was Sie selbst beitragen können, lässt sich gut überblicken.
Fachbetrieb vermitteln lassen: 01579 2841434
Wie Rückstau entsteht
Das Abwasser eines Hauses fließt über die Grundleitung in den öffentlichen Kanal. Bei Starkregen oder Verstopfungen im Kanal steigt dort der Wasserstand, und er kann bis über die Höhe der Hausanschlussleitung reichen. Ist die Grundleitung nicht gesichert, drückt das Wasser in die Hausleitung zurück und tritt an der tiefsten offenen Stelle aus, meist an Bodenabläufen, Waschbecken, Duschen oder WC im Keller.
Das Wasser im Kanal ist verschmutzt, und ein Rückstau bedeutet daher mehr als nasse Füße. Es drohen Schäden an Wänden, Böden, Heizung und Geräten sowie hygienische Probleme. Betroffen sind vor allem Keller und Souterrainräume, die tiefer als die Straße liegen. Je weiter ein Haus unter dem Straßenniveau liegt, desto größer ist das Risiko.
Ein Rückstau kündigt sich manchmal an. Gluckernde Abflüsse, Wasser, das im Bodenablauf steigt, oder Gerüche aus dem Keller bei Regen sind frühe Zeichen. Wer sie ernst nimmt, kann noch rechtzeitig Maßnahmen ergreifen, etwa Wertsachen anheben und Wasserhähne im Keller nicht mehr benutzen. Gerade bei Gewitterlagen mit kurzen, heftigen Schauern füllt sich der Kanal schneller, als er abführen kann.
Die Rückstauebene verstehen
Die Rückstauebene ist die Höhe, bis zu der Wasser im öffentlichen Kanal ansteigen kann. Meist entspricht sie der Höhe der Fahrbahn an der Anschlussstelle, die genaue Höhe legt der örtliche Abwasserbetrieb fest. Alle Abläufe, die unterhalb dieser Ebene liegen, müssen gegen Rückstau gesichert sein. Das betrifft Kellerabläufe, Kellerduschen, Waschmaschinenanschlüsse und Hebeanlagen.
Was im Einzelfall gilt, legt der Abwasserbetrieb der jeweiligen Kommune fest. Für den Schutz der Räume unterhalb der Rückstauebene ist in der Regel der Eigentümer des Hauses verantwortlich. Informieren Sie sich beim Betrieb vor Ort über die Höhe der Rückstauebene an Ihrem Grundstück.
Rückstauverschluss und Hebeanlage
Zwei Schutzeinrichtungen sind üblich. Ein Rückstauverschluss ist eine Klappe oder ein Schieber in der Leitung, der bei Rückstau automatisch oder von Hand schließt. Es gibt Varianten für Abwasser mit und ohne Fäkalien, die richtige Wahl hängt davon ab, was an dem Strang angeschlossen ist. Eine Hebeanlage pumpt Abwasser aus tiefen Räumen über die Rückstauebene in die Leitung, sodass nichts zurückfließen kann.
Beide Geräte müssen fachgerecht eingebaut werden. Der Fachbetrieb prüft, welche Abläufe tatsächlich unter der Rückstauebene liegen, und wählt die passende Lösung. Zusätzlich gilt: Wer einen Rückstauverschluss hat, sollte ihn regelmäßig warten lassen, denn Ablagerungen können die Klappe blockieren. Mehr zum Thema steht auf der Seite Abfluss und Kanal verstopft.
Auch die Art der Nutzung der Räume spielt eine Rolle. Ein Keller, in dem nur Vorräte liegen, braucht nicht dieselbe Lösung wie ein ausgebauter Wohnraum mit Bad. Der Fachbetrieb berät, ob der Verschluss an einzelnen Abläufen reicht oder die gesamte Grundleitung gesichert werden sollte. Wichtig ist, dass alle tiefliegenden Anschlüsse bedacht werden, auch kleine wie ein Waschmaschinenanschluss oder ein Ausguss in der Waschküche.
Wartung nicht vergessen
Ein Rückstauschutz hilft nur, wenn er funktioniert. Rückstauverschlüsse und Hebeanlagen sollten in regelmäßigen Abständen von einem Fachbetrieb geprüft werden, denn Schmutz, Fette und Verschleiß können sie lahmlegen. Eine Wartung umfasst das Reinigen, das Prüfen der Beweglichkeit der Klappe, der Dichtungen und, bei Hebeanlagen, der Pumpe, des Schwimmers und der Alarmmeldung.
Als Eigentümer dürfen Sie einiges selbst beobachten. Testen Sie bei Bauformen mit Handschieber, ob er sich bewegen lässt, und halten Sie die Zugänglichkeit frei. Lassen Sie Wartungsarbeiten dokumentieren, denn bei einem Schaden fragen Versicherungen oft nach Nachweisen. Verbinden Sie die Wartung am besten mit einer Kontrolle der Grundleitung.
Notieren Sie sich Datum und Ergebnis jeder Prüfung. So lässt sich später nachvollziehen, wann der Schutz zuletzt funktioniert hat.
Was Sie im Alltag tun können
Auch ohne Technik lässt sich Risiko senken. Halten Sie Hofabläufe, Rinnen und Lichtschächte frei von Laub und Schmutz, damit Regenwasser abfließen kann. Wie das geht, zeigt der Beitrag Hofablauf und Entwässerungsrinne verstopft. Lagern Sie im Keller keine wertvollen Dinge direkt auf dem Boden und nutzen Sie Regale und Kunststoffboxen.
Vermeiden Sie, Fett, Hygieneartikel und Feuchttücher in den Abfluss zu geben, denn sie lassen sich schwer abtransportieren und fördern Verstopfungen. Wenn bei Starkregen Wasser im Kellerablauf steigt, nutzen Sie dort keine Wasserhähne, spülen Sie nicht und lassen Sie Waschmaschinen ruhen, bis das Wasser sinkt. Aggressive Reinigungsmittel lösen das Problem nicht und schaden den Leitungen.
Haben Sie einen Rückstauverschluss, schließen Sie ihn bei angekündigtem Starkregen bei Bedarf von Hand, sofern er einen Handschieber besitzt, und öffnen ihn danach wieder. Vergessen Sie das Öffnen nicht, sonst läuft Abwasser im Haus nicht mehr ab. Informieren Sie alle Hausbewohner, damit niemand in dieser Zeit Wasser nutzt. Nach einem Ereignis lohnt eine Kontrolle durch die Fachkraft, ob alles unbeschädigt ist. Läuft nur die Dusche schlecht ab, liegt die Ursache meist im Ablauf selbst, wie der Ratgeber Dusche läuft langsam ab zeigt.
Wann Sie einen Fachbetrieb rufen sollten
Rufen Sie einen Fachbetrieb, wenn bei Regen Wasser im Kellerablauf steigt, Gerüche aus Abflüssen aufsteigen oder ein vorhandener Rückstauschutz nicht mehr sauber arbeitet. Auch vor dem Einbau eines Rückstauverschlusses oder einer Hebeanlage sowie zur regelmäßigen Wartung ist eine Fachkraft gefragt. Wie es weitergeht, vereinbaren Sie unmittelbar mit dem vermittelten Betrieb.
Häufige Fragen
Woher weiß ich, wo meine Rückstauebene liegt?
Fragen Sie beim Abwasserbetrieb Ihrer Kommune nach. Meist entspricht sie der Höhe der Fahrbahn an der Anschlussstelle, im Einzelfall kann sie abweichen.
Reicht ein Rückstauverschluss im Keller?
Für Abläufe unter der Rückstauebene ist er üblich, aber nicht für jeden Fall die richtige Lösung. Ob ein Verschluss oder eine Hebeanlage passt, klärt ein Fachbetrieb.
Kann ich den Verschluss selbst nachrüsten?
Der Einbau greift in die Entwässerungsanlage ein und sollte von einem Fachbetrieb ausgeführt werden. Er kennt die Anforderungen und Vorgaben vor Ort.