SanitärNordhessen Sanitär-Notruf01579 2841434

Zisterne und Trinkwasser sauber getrennt halten

Regenwasserzisterne im Garten mit Pumpe und Gartenschlauch

Regenwasser aus der Zisterne ist für Garten und Toilettenspülung eine gute Sache und schont den Hausanschluss. Doch zwischen diesem Wasser und dem Trinkwasser im Haus darf es keine Verbindung geben. Warum das so ist und was Sie dazu wissen sollten, lässt sich klar benennen.

Fachbetrieb vermitteln lassen: 01579 2841434

Zwei Wasserwelten im selben Haus

Trinkwasser kommt aus dem öffentlichen Netz oder aus einer eigenen Quelle und unterliegt strengen Anforderungen an seine Qualität. Regenwasser aus einer Zisterne dagegen läuft über Dachflächen ab und nimmt dabei Staub, Vogelkot, Pollen und Blätter mit. Im Behälter vermehren sich Keime, und das Wasser kann je nach Dach, Filter und Standzeit unterschiedlich belastet sein.

Für Gartenbewässerung, Toilettenspülung oder die Waschmaschine kann dieses Wasser genutzt werden, sofern die Anlage ordnungsgemäß errichtet ist. Zum Trinken, Kochen oder Zähneputzen ist es nicht gedacht. Diese Trennung ist keine Formsache, sondern schützt die Gesundheit aller Bewohner und Nachbarn, die am selben Netz hängen.

Trinkwasser wird aus gutem Anlass überwacht, weil sich Krankheitserreger über Leitungen schnell verbreiten. Eine einzige Fehlverbindung kann ein ganzes Netz belasten, und der Schaden zeigt sich oft erst, wenn Menschen erkranken.

Warum die Trennung zwingend ist

Das Risiko liegt im Rückfließen. Sinkt der Druck im öffentlichen Netz, etwa bei einem Rohrbruch in der Straße oder bei Wartungsarbeiten, kann Wasser aus einer angeschlossenen Anlage in die Gegenrichtung strömen. Hängt die Zisterne direkt am Trinkwassernetz, gelangt dann Regenwasser in die Leitungen der ganzen Nachbarschaft.

Darum dürfen Regenwasser- und Trinkwassersystem nie fest verbunden sein. Auch ein Absperrhahn zwischen beiden Systemen genügt nicht, weil er undicht werden oder aus Versehen offen bleiben kann. Leitungen für Betriebswasser werden außerdem eindeutig gekennzeichnet, damit niemand sie mit Trinkwasserleitungen verwechselt, etwa bei Umbauten oder Reparaturen.

Bei Altanlagen ist die Lage oft undurchsichtig, und Leitungen verlaufen manchmal anders, als man vermutet. Ein Installateur kann prüfen, ob eine Verbindung besteht, und eine saubere Trennung herstellen. Dieser Schritt ist unspektakulär, schützt aber alle, die am Netz hängen.

Freier Auslauf und Systemtrenner

Wenn die Zisterne bei Trockenheit mit Trinkwasser nachgespeist wird, geschieht das über einen sogenannten freien Auslauf. Dabei fließt das Trinkwasser über einen Luftspalt in einen Vorlagebehälter, es gibt also keine durchgehende Rohrverbindung. Die Luftstrecke wirkt wie eine Sperre, die auch bei Druckschwankungen nicht überwunden werden kann.

In anderen Fällen kommt ein Systemtrenner zum Einsatz, ein Bauteil, das Rückfluss technisch verhindert und regelmäßig geprüft werden muss. Welche Lösung passt, hängt von der Anlage ab. Das ist keine Bauanleitung für den Heimwerker, sondern eine Aufgabe für Fachleute, denn schon kleine Fehler beim Anschluss können die Trinkwasserqualität im Haus gefährden.

Auch die Wartung gehört zum Thema. Filter, Überlauf und Pumpe einer Zisterne brauchen regelmäßige Aufmerksamkeit, damit das Betriebswasser nicht umkippt. Ein Fachbetrieb weist in die Anlage ein, zeigt die Wartungspunkte und erklärt, woran Sie Auffälligkeiten erkennen. Dokumentieren Sie Arbeiten an der Anlage in einem kleinen Heft.

Fachbetrieb und Meldung beim Versorger

Wird Regenwasser im Haus genutzt, ist die Anlage dem Wasserversorger und dem Gesundheitsamt anzuzeigen. Das betrifft auch Anlagen, die nur die Toilettenspülung versorgen. Die Planung und den Einbau übernimmt ein eingetragener Installateur, der die Trennung der Systeme fachgerecht herstellt und dokumentiert.

Wer eine alte Zisterne reaktivieren oder eine bestehende Anlage erweitern will, sollte vor jedem Eingriff klären, ob und wie sie zum Trinkwassernetz getrennt ist. Bei gewachsenen Leitungen weiß manchmal niemand mehr genau, wohin welche Leitung führt. Eine Bestandsaufnahme durch Fachleute schafft hier Sicherheit.

Ein sichtbares Schild am Zapfhahn und ein kurzer Hinweis an Besucher genügen oft. Die Kennzeichnung schützt auch Handwerker, die später am Haus arbeiten und nicht wissen, welche Leitung wohin führt.

Was Sie selbst beachten können

Achten Sie darauf, dass Zapfstellen für Betriebswasser gekennzeichnet sind, und lassen Sie Kinder und Gäste nicht aus Gartenhähnen trinken, die an einer Zisterne hängen. Prüfen Sie, ob der Behälter abgedeckt und das Überlaufrohr gesichert ist, damit weder Tiere noch Schmutz hineingelangen. Verändern Sie an Leitungen, Ventilen oder Anschlüssen nichts, wenn Sie nicht sicher wissen, was sie tun.

Fällt Ihnen ein trüber oder riechender Wasserstrahl am Trinkwasserhahn auf, obwohl eine Zisterne am Haus angeschlossen ist, nutzen Sie dieses Wasser vorerst nicht zum Trinken. Ein Hinweis auf eine mögliche Verbindung gehört in Fachhände. Wer außerdem eine eigene Quelle betreibt, findet Hinweise im Ratgeber Eigener Brunnen: Wasserqualität untersuchen lassen. Für Pumpen an Zisternen ist die Seite zum Hauswasserwerk, Pumpe und Brunnenanschluss ein guter Einstieg, und bei Problemen mit dem Druck hilft Hauswasserwerk verliert Druck.

Wann Sie einen Fachbetrieb rufen sollten

Rufen Sie an, wenn Sie eine Zisterne an das Haus anschließen wollen, nicht wissen, wie bestehende Leitungen verlaufen, oder wenn Trinkwasser trüb oder auffällig riecht. Verändern Sie vorher nichts an Ventilen. Die Trennung der Systeme prüft und plant ein vermittelter Fachbetrieb; den Ablauf stimmen Sie direkt mit ihm ab.

Häufige Fragen

Darf ich Zisternenwasser zum Trinken nutzen?

Nein. Regenwasser aus dem Behälter ist nicht für Trinken, Kochen oder Zähneputzen gedacht. Es eignet sich für Garten und je nach Anlage für Toilette oder Waschmaschine.

Reicht ein Absperrhahn als Trennung?

Nein. Ein Hahn kann undicht werden oder versehentlich offen bleiben. Erforderlich ist eine technische Trennung, etwa ein freier Auslauf oder ein geprüfter Systemtrenner.

Muss ich meine Zisterne anmelden?

Wird Regenwasser im Haus genutzt, ist die Anlage dem Wasserversorger und dem Gesundheitsamt anzuzeigen. Ein Fachbetrieb kennt den Ablauf und hilft bei den Unterlagen.